Samstag, 25. August 2007

Interpol @ Frequency 2007


Juni 2003 - Southside Festival

Die zweite Bühne wird von der Ostküsten Band INTERPOL um die Mittagszeit bespielt.
Unerträglich die Hitze welche im Zirkuszelt aufgrund der Hoch stehenden Sonne
und der Menschenmasse entsteht. Die Musik und die Show von Paul Banks und co
sollen dies aber wettmachen, was dann auch gelang. INTERPOL 2003, das war
noch vor "Slow Hands" und "Evil". INTERPOL 2003, das war die Prä - Antics
Ära. INTERPOL 2003, das war ehrliche Musik mit starker Verbundenheit zum
Underground. Und von Joy Divison und dem New Wave, sprachen damals noch
wenige.


August 2007 - Frequency Festival

"This is easily one of the most beautiful places i've ever seen"

(Paul Banks)


Joy Division, New Wave...damit kann mittlerweile jeder was verbinden. Die New
Wave Welle aus UK ist ja mittlerweile bereits am abklingen und über Joy Divsion
erscheint im Herbst ein Film. Deren Ziehvater Tony Wilson hat zudem das zeitliche
gesegnet und schaut sich das treiben wahrscheinlich nun mit Ian Curtis
auf einer gemeinsamen Wolke an.
Das Erbe halten INTERPOL nach wie vor auch mit neuem Album in Händen und
das mit einer Präzision die ihres gleichen sucht. Ehrlich sind sie noch immer,
und die Wurzeln haben sie längst nicht vergessen. Doch Underground Tipp
sind sie keiner mehr. Mit "Our Love to Admire" werden sie nun als Headliner
bei Festivals wie das FM4 Frequency (wenn auch 2nd Stage) gebucht und
"Slow Hands" funktioniert nach wie vor blendend in den Clubs.

Das die Musik auch Live und vor allem Abends funktioniert ist denen
bekannt die bereits einer Solo Show beiwohnen durften. Diejenigen die dieses
Vergnügen bisher noch nicht hatten, waren deshalb umso mehr auf die
Österreich Premiere gespannt. Vor allem stellte sich aber die Frage ob
INTERPOL auf einem Festival überhaupt funktionieren können, wo die BEATSTEAKS
oder DIE ÄRZTE Stimmungs – höchst - Marken setzen. Obwohl das dies bei einem INTERPOL, gar nicht sein muss, wissen die Fans schon lange.

Gut gefüllt hat sich der Platz vor der Bühne dann aber trotzdem. Denn
die NINE INCH NAILS auf der Hauptbühne scheinen mittlerweile auch schon
sich selbst überlebt zu haben. Das Interesse war also vorhanden an den
sperrigen Melodien der New Yorker Ausnahmeformation und mit 25 Minuten
Verspätung fanden sich Paul, Carlos, Daniel und Sam ein und die
die Bright Lights wurden ausgeschaltet. Mit "Pioneer to the Falls"
eröffneten sie den Abend in dem alle 3 Alben ähnlich viel Beachtung
geschenkt wurden. Da gab es "NYC" vom Debut "Turn on the Bright Lights",
oder "Evil" von "Antics" sowie die aktuelle Single "the Heinrich Maneuver"
von "Our Love to Admire". und all das in eine Atmosphäre gepackt
die wahrscheinlich auch bei Joy Division Konzerten vorhanden war.

Das hierbei eine überzogene Show mit Lichteffekten etc nicht
angebracht wäre, ist keine Frage. INTERPOL funktionieren gerade weil
sie seit ihrem bestehen die Dinge aufs Wesentliche, also die Musik
reduzieren. Eine Outstanding Band eben, die ihren Wurzeln trotz
Erfolgs treu geblieben ist. Eine Outstanding Band die es nicht
nötig hat mit ihren Fans auf der Bühne zu kommunizieren nur damit
sich alle angesprochen fühlen. INTERPOL sprechen diese mit ihrer Musik
an, und fesseln den Zuseher und Zuhörer vom Intro bis zum Outro
ohne das Gefühl der Langeweile aufkommen zu lassen.

Die Österreich Premiere von INTERPOL war also eine mehr als gelungene, wo man über die Verspätung hinwegsehen konnte, was im übrigen dazu führte das die zweite Zugabe „Stella“ nicht mehr gespielt werden konnte.

Leid können einem allerdings die tun, die danach DIE ÄRZTE gesehen haben.
Denn zumindest für ein paar Stunden durfte man sich einfach die gewonnen
Eindrücke nicht zunichte machen. Schon gar nicht von der selbst ernannten
"besten Band der Welt".

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